Buchrezension zu „Islamischer Staat“ von Behnam T. Said

Am Freitag war ich mal wieder in Murnau und hatte etwas Zeit um in die Buchhandlung Rupprecht zu gehen. Nachdem vor einigen Tagen keine Bücher für mich da gewesen waren, fand ich diesmal sogar 2, darunter „Islamischer Staat“ von Behnam T. Said.

Da ich auch häufig bei Amazon nach Büchern (die ich dann woanders kaufe) und den Rezensionen schaue, dachte ich mir, ich könnte ja diesmal auch eine schreiben. Insofern wird diese Rezension auch bei Amazon erscheinen.

Das Buch hat 223 Seiten (inklusive Anmerkungen, Nachweise und Register) und ist in 4 Teile aufgeteilt. Im ersten Teil geht es um die jüngere Geschichte Syriens seit 1963 und natürlich speziell um den militanten Islamismus. Mit 31 Seiten ist dieses Kapitel deutlich zu kurz. Man bekommt nur einen kleinen Überblick, aber das Thema ist sicherlich komplexer. Durch die vielen Namen, die aufgezählt werden, und die Sprünge zwischen den Personen, ist es manchmal etwas schwierig zu lesen. Natürlich tut man sich mit den arabischen Namen schwerer als mit z.B. Müller, Schneider oder Schmidt, aber wenn zu viele Namen dabei sind, die teilweise nicht weiter erläutert werden, wird das Lesen etwas zäh. Zu manchen Personen hätte ich mir mehr Informationen erhofft.

Der zweite Teil beinhaltet die aktuelle Lage in Syrien und dem Irak und dabei natürlich die al-Nusra-Front und IS. Mit 62 Seiten ist dieses Kapitel doppelt so lang und die Themen deutlich besser erklärt. Zwar sorgen auch hier die Namen teilweise für Verwirrung, trotzdem ist das Kapitel informativer als das erste. Allerdings ist der Exkurs zum spanischen Bürgerkrieg auch zu kurz ausgefallen und weitere Exkurse hätten dem Kapitel auch gut getan.

Im dritten Kapitel geht es um Deutsche im syrischen Jihad. Das Thema ist zwar eigentlich nicht so umfangreich wie das 2. Kapitel, dafür aber noch detaillierter erklärt. Für mich ist es das beste Kapitel am Buch, da es verständlich geschrieben ist und umfangreiche Informationen enthält.

Das vierte Kapitel handelt von den geopolitischen Interessen von Bashar al-Asad und seinen Gegnern, mit 15 Seiten das kürzeste. Bei den Unterstützern werden Iran, Russland, Hizbollah und die Schiiten der Golf-Länder genannt. Bei den Gegner geht es kurz um Jordanien, Kuwait und Saudi-Arabien und am meisten um die Türkei. Auch dieses Kapitel ist deutlich zu kurz. Auf die NATO oder Israel wird gar nicht eingegangen.

Zusätzlich gibt es noch eine kurze Einleitung und einen Ausblick, die aber auch deutlich zu kurz ausfallen.

Als Fazit muss ich sagen, dass das Buch sehr interessant ist und so geschrieben ist, dass man es gut und schnell lesen kann. Allerdings ist das Buch ein bisschen zu kurz, da hätte man noch viele Seiten zu schreiben können. So liefert das Buch zwar einen guten Ein- und Überblick, aber für detaillierteres Wissen sollte man sich noch zusätzlich informieren.

Der Nachteil bei einem Buch zu einem solch aktuellen Thema ist auch, dass es schon veraltet sein kann, wenn es erscheint. Wenn sich herausstellt, dass der IS-Anführer Abu Bakr al-Baghadi wirklich getötet worden ist, kann sich in Syrien und Irak wieder einiges verändern.

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