USA

Nach dem zweiten Weltkrieg hatte die Vereinigten Staaten von Amerika ein gutes Standing bei der deutschen Bevölkerung. Die Amerikaner wollten die Deutschen nicht unterdrücken, keine Ideologie aufzwingen, die Vereinskultur und auch nicht Industrieanlagen und ähnliches abbauen, so wie die Sowjetunion im Osten von Deutschland und anderen osteuropäischen Ländern. Sie wollten sich auch nicht revanchieren, wie die Franzosen und Deutschland auch nicht klein halten und zerstückeln. Schon früh erkannten Sie, dass das Deutschland nach 1945 keine Gefahr war, sondern eher die Sowjetunion und Deutschland sollte ein Verbündeter sein. Mit dem Marshallplan wurde geholfen die deutsche Wirtschaft wieder aufzubauen und die amerikanische Kultur speziell Musik und Film wurde begeistert in Deutschland angenommen.

Die Beziehung bekam dann während des Vietnamkrieges erste Risse. Auch in Deutschland fanden Demos gegen den Krieg statt und die Rote Armee Fraktion bezog sich auf diesen Krieg. Die anderen kleineren schmutzigen Kriege der USA bekam man damals wenig mit, erst später kamen diese an die Öffentlichkeit. Als die USA mit Verbündeten 1991 den Irak angriffen um Kuwait zu verteidigen, gab es in Deutschland wieder Demos gegen die USA. Diesmal mit dem Titel „Kein Blut für Öl“. Auch ich wurde damals in der Schule von den Lehrern auf solche Demonstrationen mitgenommen.
Danach kühlte die Beziehung immer weiter ab. „Der Russe“ war nicht mehr der Feind, die USA in vielen Dingen immer noch Vorbild, aber der Lack blätterte langsam ab. Nach dem 11.09.2001 gab es zwar Solidarität mit den Bewohnern, aber schon früh kamen „Verschwörungstheoretiker“, die nicht an die offiziellen Berichte glaubten, und gaben der Regierung und den Geheimdiensten der USA die Schuld. Als dann der Irak-Krieg ausbrach, sank die Zustimmung mit der Politik der USA dann auf einen Tiefpunkt und sollte sich bis zum Ende der Präsidentschaft von George Bush jun. auch nicht mehr erholen.

Mit Barack Obama sollte dann alles besser werden. Schon als Kandidat durfte er in Berlin vor vielen Zuschauern eine Rede halten und beschwor mit seinem „Yes we can“ einen Geist des Umschwunges. Doch der helle Stern am amerikanischen Polithimmel strahlt nicht mehr. Guantanamo ist immer noch nicht geschlossen, die Truppen aus dem Irak zwar abgezogen, aber Chaos hinterlassen und in Afghanistan wird es nicht anders aussehen.

Den Friedensnobelpreis bekam er als Vorschusslorbeer, aber nachträglich verdient hat er ihn nicht. Die Drohnenangriffe weiten sich immer mehr aus, auch wenn diese nicht mehr häufig in den Medien erwähnt werden. Ein großes Projekt, wie z.B. Frieden im Nahen Osten kann er auch nicht vorweisen. Einen neuen Krieg hat er zumindest offen noch nicht angefangen, auch wenn in Libyen amerikanische Soldaten im Einsatz waren.

Es stellt sich die Frage, ob Obama nun doch nicht das umsetzen will, was er damals vollmundig versprochen hat, oder kann er nicht. Natürlich muss er sind mit dem Kongress einigen, in dem die Republikaner die Mehrheit haben. Aber Guantanamo schließen oder Drohnenangriffe beenden, könnte er auch so. Vielleicht war er einfach zu naiv. Das wäre dann noch das positivste, was man darüber sagen kann.

Es gibt ja auch andere Dinge, die man über die USA sagen kann. Viele behaupten, was auch sehr nahe liegt, dass die USA Revolten unterstützen, um eine nicht freundlich-gesinnte Regierung gegen eine USA-hörige auszutauschen. In der Vergangenheit wurde dies sehr häufig gemacht und mit der Wahl der Nachfolger hatte man nicht immer ein gutes Händchen. Ein Beispiel ist natürlich Chile, wo Pinochet an die Macht geputscht wurde und danach viele Menschen umgebracht worden sind. Auch im Iran wurde mit dem Schah ein neuer Verbündeter installiert, der aber dann von Ayatollah Khomenei aus dem Land vertrieben wurden ist.

Ein Beispiel aus der heutigen Zeit ist die Ukraine. Wenn 5 Milliarden Euro in Oppositionsgruppen investiert werden, kann man nur sagen, dass die Proteste von den USA initiiert worden sind. Mit Kerry und Nuland kamen dann auch noch Politiker auf den Majdan, um die Proteste gegen die gewählte Regierung zu unterstützen. Theoretisch hätten die USA mit den Unruhen in Ferguson doch auch einen Vorwand geliefert, dass man dort die Proteste unterstützt oder Soldaten schickt. Aber da wird halt doch mit zweierlei Maß gemessen.

Was aber hat die USA davon, dass es Unruhen in der Ukraine gibt? Durch diese Ukraine-Krise haben sich die EU und Russland wieder entzweit und die EU ist wieder näher an die USA herangerückt. Durch die Sanktionen werden sowohl Russland als auch die EU geschwächt, die USA sind davon so gut wie gar nicht betroffen. So kann die USA auch weiterhin die Weltmacht bleiben, während Russland und die EU wieder zurückgeworfen werden.

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