Schlaflos – Die Leiden eines jungen Mannes – Teil 3

Dezember 2014

Am Montagmorgen fuhr er nach Schwerin und buchte den Urlaub. Am Nachmittag hatte er einen Termin in Lützow und die andere Zeit verbrachte er in seinem Büro. Es gab noch etwas an Schreibkram und er überlegte sich wieder einmal, ob er nicht eine Sekretärin anstellen sollte, die ihm einige Tätigkeiten abnehmen könnte. Dafür müsste er aber einen weiteren Raum in seinem Büro bereitstellen. Es waren noch einige Räume im 1. Stock frei, die er sich am Abend anschaute. Das eine könnte man sogar wie ein Chefbüro einrichten, allerdings standen dort noch alte Gegenstände und Dinge von seinen Eltern. Auch den Flur müsste man neu streichen und die anderen Räume eventuell auch schon einmal leer räumen. Der Keller war leer, dort könnte er seine alten Akten einlagern. Einen Raum könnte man für die neuen Akten einrichten, die Sekretärin könnte in seinem jetzigen Büro sitzen und er könnte das große Zimmer nutzen.

Abends war er bei den Nachbarn zum Essen eingeladen. Dort erzählte er als erstes von den Plänen für sein Büro und die Nachbarn erklärten sich sofort bereit, ihm abends und am Wochenende beim Um- und Aufräumen zu helfen. Danach informierte er sie noch über seinen gebuchten Urlaub und sie waren natürlich erstaunt und überrascht. Dies legte sich aber relativ schnell und sie verbrachten noch einen gemütlichen Abend bei netten Gesprächen. Um 23 Uhr ging er dann nach Hause und in sein Bett. Heute schlief er, so wie Sonntag, ohne Probleme durch.

Am nächsten Tag hatte er zwei Termine außerhalb und 3 in seinem Büro. Der letzte war um 16 Uhr zu Ende und danach ging er runter in den Keller. Dieser war komplett leer und es war genügend Platz um einige Regale auszustellen. Er maß kurz nach und ging dann in den 1. Stock. Dort maß er auch noch mal den Raum ab, der später als aktuelles Archiv genutzt werden sollte. Danach ging er in sein neues Büro und schrieb sich auch noch von dem die Daten auf. Als er damit fertig war, kamen die Nachbarn und halfen ihm, alte Akten in den Keller zu bringen. Die Gegenstände von seinen Eltern, die er nicht mehr nutzen konnte und wollte, brachten sie in den Lieferwagen eines Nachbarn und dieser würde sie am nächsten Tag zum Sperrmüll fahren. Sein neues Büro und das neue Archiv waren jetzt komplett leer, es fehlten also noch Regale für den Keller und das Archiv und die komplette Inneneinrichtung für das neue Büro. Seine jetzigen Sachen wollte er alle unten lassen.

Mittwochvormittag hatte er wieder frei und so fuhr er nach Schwerin, um die Möbel zu bestellen. Die Regale für den Keller und das Archiv waren sehr einfach, aber robust. Er bestellte gleich so viele, dass beide Räume vollständig damit eingerichtet werden konnten. Mit der Einrichtung für das Büro tat er sich etwas schwerer. Aber nach einer Weile fand er dann doch die richtige Ausstattung. Neuen Tisch, neuen Stuhl, Schränke, Besucherecke…Alles was dazu gehört. Geliefert wird alles am 7. Januar, also war noch Zeit, um das neue Büro zu streichen.

Nach dieser Shoppingtour fuhr er wieder ins Büro zurück und machte sich wieder an die Arbeit. 2 Wochen waren es noch bis zum Urlaub, einige Anfragen waren noch zu bearbeiten und es würden auch noch einige dazukommen. Am Nachmittag bekam er noch einen Telefonanruf von einem Kunden, was eher seltener war. Meistens kommunizierte er per Mail mit seinen Kunden. Das Telefonat dauerte20 Minuten, da das Thema schnell abgehandelt war. Danach ging es mit einer Anfrage weiter und um 17 Uhr ging er wieder in die Wohnung zurück. Er machte sich schnell etwas zu Essen, wusch ab und setzte sich dann an seinen Computer. Er rief zuerst seine privaten Mails ab und surfte dann etwas im Internet. Er informierte sich etwas über die Bahamas und bestellte online bei einem seiner Bürolieferanten einige Sachen. Die neueste Fachzeitschrift für Dezember war heute auch in der Post gewesen, aber Lust sie zu lesen hatte er heute nicht. Er machte sich lieber einen gemütlichen Abend vor dem Fernseher. Vielleicht hätte er doch die Zeitschrift lesen sollen, normalerweise sind die sehr gut zum Einschlafen geeignet. Denn damit hatte er auch heute wieder Probleme. Wieder stand er bis 3 Uhr auf dem Balkon und dachte an die Bahamas bis er dann ins Bett ging und einschlafen konnte.

Nach 3 Stunden Schlaf klingelte der Wecker und etwas müde stand Erik auf, schlich unter die Dusche und nach 2 frischen Kaffees war er dann wach. Beim Frühstücken machte er sich über die Tageszeitung her und um 8 Uhr ging er wieder ins Büro. Nach der Tagesplanung machte er sich an die Arbeit und die eine Anfrage, die ihm zuerst leicht erschien, beschäftigte ihn dann doch den kompletten Tag. Um 17:30 Uhr wurde er erst damit fertig und die restlichen Anfragen mussten bis Morgen warten. In der Post war nichts Neues und so ging er wieder hoch zum Abendessen. Heute stand auch wieder Wäschewaschen auf dem Plan und nebenbei machte er sich an die Fachzeitschrift. Gerade kurz vor dem Jahreswechsel stand doch einiges interessantes drin und so las er sie dann doch noch am Abend durch. Kurz vor Mitternacht ging er dann ins Bett und heute konnte er sogar gleich einschlafen.
Am Freitagmorgen war er fitter als gestern, da er bis 6:30 Uhr schlief, aber dafür das Duschen ausfallen ließ. Nach dem Frühstück und dem Zeitunglesen ging es wieder ins Büro und er machte sich über die Anfragen von gestern her. Auch heute kamen wieder einige kleinere per Mail und er war den ganzen Tag gut ausgelastet, arbeitete sogar bis 17 Uhr was für einen Freitag doch ungewöhnlich war. Dafür konnte er alles erledigen und hatte das Wochenende über seine Ruhe. Nach dem Abendessen und dem Abwasch legte er die Wäsche zusammen, setzte sich mit einem Buch auf die Couch und las den Abend über. Um 22 Uhr versuchte er zum ersten Mal zu schlafen, aber ging dann doch wieder für paar Stunden auf den Balkon. Es war schließlich 2 Uhr, als er beim zweiten Versuch einschlafen konnte.

Samstag konnte er wieder ausschlafen und so schlief er ausnahmsweise mal bis 10 Uhr. Nach dem Duschen und dem Frühstück setzte er sich ins Auto und fuhr nach Schwerin zum Friseur und zum Einkaufen. Normalerweise kaufte er unter der Woche ein, wenn er gerade zu Kundenterminen unterwegs war, aber in Schwerin war die Auswahl größer und samstags war immer ein Wochenmarkt, über den er auch schlenderte. Zwischen dem Friseurtermin und den Einkaufen kehrte er noch kurz in ein Café zum Kaffeetrinken ein und nach dem Einkaufen ging es gleich zurück nach Renzow. Nachmittags war er dann fertig mit ausladen und einräumen, etwas Zeit hatte er noch und so ging er noch kurz spazieren.

Abends fand dann im Gasthaus eine kleine Dorf-Weihnachtsfeier statt und Erik war natürlich dabei. Als Vorspeise gab es Tomatencremesuppe und als Hauptgericht Gänsebraten, dazu trank er Rotwein. Als Dessert gab es Bratapfel und danach begannen die Gespräche. Knappe 100 Leute waren heute gekommen, die sich auf 3 Räume verteilt hatten. Erik sprach mit vielen Leuten, blieb aber nie sehr lange bei einer Gruppe stehen beziehungsweise sitzen sondern war eigentlich ständig unterwegs. Da er seinen Altersgenossen von der Reife und der Art weit voraus war, unterhielt er sich meistens mit den Älteren. Getanzt wurde nicht, dafür war die Musik zu weihnachtlich. Trotzdem hatten die meisten viel Spaß und Erik amüsierte sich auch. Von den Frauen in seinem Alter, die heute anwesend waren, hatten die meisten schon versucht, sich an ihn ranzumachen und auch heute versuchten es wieder 2-3 junge Frauen. Aber er war nicht interessiert. Er war nicht unhöflich, flirtete auch ein wenig, aber trotzdem war klar, dass nicht viel laufen würde. Fast rastlos streifte er durch die Räume, aber immer auf einen Small-Talk vorbereitet. Ab Mitternacht zerstreute es sich langsam und um 1 Uhr machte sich auch Erik auf den Heimweg. Er ging alleine zurück, da seine Nachbarn schon früher aufgebrochen waren. Nachdem er zu Hause war, ging er eigentlich sofort ins Bett, konnte aber wieder einmal nicht einschlafen. Er ging also auf den Balkon, konnte von dort das Gasthaus nicht sehen, hörte auch nichts mehr von der Feier.

Seine Gedanken waren wieder bei der Büroeinrichtung, den Bahamas und bei der Suche nach einer Frau. Die Frauen, die heute da gewesen sind, waren nichts für ihn. Nicht, dass sie hässlich oder von schlechtem Charakter waren. Irgendwie hatte er das Gefühl, dass er mit keiner von ihnen glücklich werden würde. Etwas in ihm sagte, dass sein Glück woanders liegen würde. Irgendwo, aber er wusste nicht wo.

Beim zweiten Versuch um 4 Uhr morgens schlief er ein und wachte erst um 12 Uhr auf. Sonntagmorgen, aber er war schon seit Ewigkeiten nicht in der Kirche gewesen. Zum letzten Mal bei der Beerdigung seiner Eltern. Er glaubte zwar an Gott, aber die Gottesdienste waren nichts für ihn. Mit dem Pastor kam er gut zurecht, die Predigten waren auch nicht schlecht, aber Erik hatte kein Bedürfnis am Sonntagmorgen 1 Stunde in der Kirche zu verbringen. So zog er nur die Jalousien nach oben und blieb noch etwas im Bett liegen. Schließlich stand er doch auf, frühstückte und setzte sich danach an den Computer. Neue private Mails waren keine angekommen, die geschäftlichen wollte er erst morgen früh abrufen. Er surfte noch kurz und fuhr danach den Rechner runter. Einige seiner Studienkollegen setzten auf die Partnersuche im Internet, aber er war dafür wohl zu altmodisch. Er nutzte den PC nur wenig und dafür schon gar nicht. Es war noch früh am Nachmittag und Erik wollte nicht den restlichen Tag zu Hause verbringen. So setzte er sich ins Auto und fuhr nach Wismar. Er spazierte durch die Altstadt, für die er sich nie richtig interessiert hat, aber heute empfand er es als sehr beruhigend. Er fotografierte nicht, benahm sich nicht wie ein Tourist, obwohl er fast einer war. Sein Auto hatte er tagsüber auf einem Parkplatz gestellt und holte es jetzt ab um damit direkt zu einem Restaurant zu fahren, in dem er früher häufiger gegessen hatte. Es war allerdings auch ein Nachteil, dass er mit dem Auto da war, denn viele kannten seinen Audi mit dem Kennzeichen NWM-NW-82 und so traf er auch einen Firmeninhaber, mit dem er häufiger zu tun hatte. Er kam aber gut mit ihm aus und so setzte sich der Kunde zu ihm. Sie aßen zusammen, plauderten ein wenig und um 20 Uhr fuhr Erik zurück nach Hause. Er sah sich noch einen Spielfilm an und versuchte danach zu schlafen. Allerdings war der Versuch nicht erfolgreich und so ging er wieder auf den Balkon. Um 2 Uhr schlief er dann schließlich doch ein.

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