Ukraine: Friedensgespräche oder Waffenlieferungen

Von den Ergebnissen der letzten Friedensverhandlungen in Minsk ist nicht mehr viel zu sehen. Sowohl das ukrainische Parlament als auch in den „Volksrepubliken“ wurde gewählt. Mittlerweile werden die Kämpfe auch wieder schlimmer, von einem Waffenstillstand kann schon lange nicht mehr die Rede sein. Die Ukraine hat das Problem, dass die Soldaten unzufrieden sind, ihnen die Waffen ausgehen und sie eigentlich pleite sind.
Die Separatisten sind momentan auf dem Vormarsch und erobern einige Gebiete. Selbst Mariupol wurde beschossen. Der Flughafen von Donezk ist fast in ihrer Gewalt und ihnen scheinen nicht die Waffen oder Soldaten auszugehen. Wie kann das denn sein?

Wer jetzt noch glaubt, dass die Separatisten keine Waffen und Soldaten aus Russland bekommen, muss doch blind durch die Welt laufen. Die Bevölkerung in der Ostukraine will doch auch nicht kämpfen und trotzdem bekommen die Separatisten Zulauf. Ob das alles russische Soldaten im Urlaub sind? Waffen und schweres Material gibt es auch aus Russland und daher können die Separatisten vorrücken.

Für Putin sieht es momentan ganz gut aus. Das Volk ist immer noch glücklich durch die Annexion der Krim. Noch ist die Wirtschaft nicht zusammengebrochen und Geldreserven sind immer noch vorhanden. Die Unterstützung kann also weitergehen.

Für die Ukraine sieht es schlecht aus. An eine Rückeroberung der Ostukraine ist nicht zu denken, anscheinend lautet momentan die Parole, dass zumindest die jetzige Linie gehalten werden soll. Doch wie lange wird es noch gehen?

Der Westen hat momentan 3 Möglichkeiten. Die erste ist sozusagen Kapitulation. Die Sanktionen werden aufgehoben und entweder geht die Ostukraine an Russland oder die Ukraine wird ein Satellitenstaat von Russland. Es kehrt langsam wieder Normalität ein. Dadurch würde der Westen aber an Glaubwürdigkeit verlieren und Putin würde eventuell mit dem Baltikum genauso verfahren.

Zweite Möglichkeit: Es gibt keine Waffenlieferungen an die Ukraine, die Sanktionen gegen Russland werden nach und nach immer mehr ausgeweitet, bis Putin einlenken muss. Das kann aber Jahre dauern und würde so gut wie jede Entscheidung im UN-Sicherheitsrat zum Erliegen bringen. Die Frage ist dann, in welcher Form es weitergeht. Bleibt die Ostukraine in der Ukraine und es gibt dort freie Wahlen und die Wahlmöglichkeit zwischen NATO/EU-Anbindung oder Anbindung an Russland? Und wird Putin überhaupt einlenken oder machen die Separatisten in dieser Zeit so viele Gebietsgewinne, dass die Ukraine schließlich Frieden schließen muss.

Die dritte Möglichkeit ist, dass Waffen an die Ukraine geliefert werden und der Krieg eskaliert. Denn die Ukraine wird die Separatisten und die Bevölkerung der Ostukraine bestimmt nicht mit Samthandschuhen anfassen. Wird Russland dann auch mehr Waffen und Soldaten liefern? Wird es ein Stellvertreterkrieg? Dann wäre der kalte Krieg wohl wieder zurück und Eiszeit zwischen Russland und dem Westen.

Die Krim wird auf alle Fälle bei Russland bleiben. Da sehe ich keine Chance, dass sie wieder an die Ukraine zurückfällt.

Ich habe leider kein Vertrauen in die ukrainische Führung. Weder in Poroschenko noch in Jazenjuk. Daher gehe ich davon aus, dass diese kein Interesse an einem Frieden haben, der nicht den völligen Sieg für die Ukraine bedeutet. Gerade Jazenjuk will bestimmt die Krim zurück und wenn es zu einem Frieden kommen soll, muss er vorher zurücktreten. Putin traue ich allerdings auch nicht. Momentan läuft wie ihn ja alles und er wird das Spielchen weitertreiben. Mit den Flügen an die Grenzen der NATO-Staaten und Annäherungsversuche an EU-Staaten, um die Einheit aufzubrechen.

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