Die Kasachstan-Connection

Am Samstag war mal wieder ein sehr interessanter Artikel sowohl online bei SPON als auch im SPIEGEL selbst. Darin geht es um einige ehemalige hochrangige Politiker, die sich für Geld vom kasachischen Autokraten einspannen ließen. Man kennt es ja, dass Politiker sehr gerne nach ihrer politischen Karriere in die Wirtschaft wechseln um dort noch einmal voll anzugreifen. Selbst das ist schon moralisch etwas fragwürdig, aber sich einen Autokraten anzudienen ist richtig bitter.

Gerhard Schröder, der ehemalige Bundeskanzler, wurde gefragt, war wohl auch bei einem Termin dabei und verlangte dann mehr Geld, als er herausfand, dass andere mehr verdienen würden. Schlussendlich unterschrieb er dann doch nicht. Allerdings hätte er von vornherein die Gespräche abbrechen sollen, denn auch so bleibt ein Beigeschmack.

Horst Köhler, ex-Bundespräsident, verhandelte auch, wollte aber eher im Hintergrund bleiben, da es ihm wohl von Anfang an nicht geheuer war, er sich aber eventuell geschmeichelt fühlte oder das Geld wollte. Auch er unterschrieb den Vertrag nicht, da er kurz davor ein Angebot von der UNO bekommen hatte. Wer weiß, ob er sonst unterschrieben hätte…

Peter Gauweiler, ehemaliger Bundestagsabgeordneter und hauptberuflich Inhaber einen Anwaltskanzlei, arbeitete bereitwillig mit, um den Schwiegersohn des Autokraten vor Gericht zu bringen. Auch Otto Schily, ehemaliger Bundesinnenminister, war sich nicht zu schade, auf ehemalige Kollegen, wie den NRW-Justizminister, einzuwirken, damit der Schwiegersohn ja angeklagt wird.

Und wie so oft stellt sich mir die Frage: Wissen die was sie da tun und was es für Auswirkungen hat? Ist ihnen ihr öffentliches Image egal, Hauptsache sie haben etwas zu tun und bekommen Geld? Fühlen sie sich dadurch geschmeichelt? Ist ihnen das Ansehen ihres Auftraggebers bewusst? Ist es ihnen egal? Köhler war sich wohl unsicher, aber wenn die UNO ihm kein Angebot gemacht hätte, hätte er wohl doch unterschrieben. Haben die Herren das in ihrem Alter noch nötig? Brauchen sie das Gefühl wichtig zu sein und gebraucht zu werden? Mit Genscher ist es ja auch so, dass er sich mit manchen Autokraten gut versteht. Da brauchen wir uns aber nicht über andere Länder zu beschweren, wenn unsere Politiker genauso korrupt und verlogen sind. Wir sind auch nicht viel besser….

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