Mit Griechenland ist es noch lang nicht vorbei

Was für eine Nachricht in den Medien und diese können sich natürlich auch nicht halten. Tsipras hat angekündigt, am 5. Juli ein Referendum über das Sparpaket abhalten zu lassen. Ist natürlich schön, wenn das Volk mal direkt gefragt wird, auch wenn sicherlich nicht viele Bürger Ahnung davon haben, was ihre Ja- oder Nein-Stimme auslösen wird. Da aber Syriza selbst für ein „Nein“ Werbung macht, sieht das ganze schon wieder etwas seltsam aus. Will Tsipras nicht die Verantwortung übernehmen und mit dem neuen Sparpaket seine Wahlversprechen brechen? Muss er in seiner Partei zu viele Gegenstimmen fürchten und würde er somit vor einem Debakel stehen? Will er sich Gewissheit verschaffen und hofft er, dass die Griechen für ein „Ja“ stimmen? Will er somit die Widerstände in der Partei brechen?

Eine Frage ist, ob das Referendum überhaupt stattfinden wird. Die Eurogruppe will das Hilfsprogramm für Griechenland auslaufen lassen, somit würde kein neues Geld fließen und Griechenland pleitegehen. Werden es die beiden Seiten darauf ankommen lassen? Ich denke nicht. Beide Seiten haben ihre Karten auf den Tisch gelegt und spielen vielleicht doch mal mit einem offenen Blatt. Tsipras will bestimmt auch nicht aus dem Euro und Juncker und Merkel wollen Griechenland im Euro behalten. Also werden jetzt Kompromisse gesucht werden. Wenn das Referendum abgehalten wird, wird das Sparpaket sicherlich anders aussehen. Eventuell wird es aber schon so sein, dass Tsipras es direkt annimmt. Er kann sich eine Niederlage beim Referendum (also die Annahme des Sparpakets) nicht leisten, da es dann wohl zu Neuwahlen kommen würde.

Ich gehe also davon aus, dass die Woche bis zum 5. Juli noch genutzt wird, um weiter am Sparpaket zu feilen und das sich beide Seiten annähern werden. Die Panikmache ist übertrieben, es wird nicht dazu kommen, dass Griechenland pleitegeht und den Euro verlassen muss. Die Griechen selbst haben zwar auch Angst, heben an den Automaten ihr Geld ab, aber sie werden nicht hängen gelassen. Ich würde sogar darauf wetten, dass es zu einem Sparpaket kommt, mit dem beide Seiten einverstanden sind. Nur Varufakis ist bald weg. Den wird Tsipras opfern, um so die anderen Ländern ein Bauernopfer vorwerfen zu können. Varufakis ist in Europa auch zu unbeliebt, um weiter verhandeln zu können.

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