Fußball: Seid umschlungen, ihr Millionen

Es ist noch gar nicht so lange her, da jammerte die deutsche Fußballwelt über den Fernsehvertrag für die englischen Vereine. „Hilfe, die machen die Preise kaputt. Die können jeden Spieler kaufen. Wir brauchen auch mehr Geld. Die englischen Vereine werden auf Jahrzehnte unbesiegbar sein!“ Und nun?

Nun kommen die Millionen aus China und sehr gute Spieler gehen ins Reich der Mitte. Ein Renato Augusto machte den Anfang. Er hätte auch zu Schalke in die Bundesliga wechseln können, aber wenn umgerechnet 9 Millionen Euro Jahresgehalt winken, überlegt man nicht lange. Man kann ja „nur“ 10 Jahre Geld verdienen und da macht es nun mal einen Unterschied ob man 5 oder 9 Millionen im Jahr verdient. Denn von 5 Millionen im Jahr über 10 Jahre kann man ja keine weitere 40 Jahre leben. Das geht nicht. Kriegen ja Milliarden andere Menschen auch nicht hin. Aber 90 Millionen? Da kann man sein Leben genießen.

Es folgten dann weitere Spieler und es zeigte sich, dass selbst die englische Liga nicht mithalten kann. Liverpool wollte Teixeira von Donezk kaufen, aber die Chinesen boten halt mehr Geld.

Ich frage mich allerdings, ob dies den Spielern Glück bringt. Lucas Barrios war auch nur ein Jahr da und verließ China wieder. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Liga dort eine richtig gute Qualität hat. Macht das Fußballspielen dort Spaß? Klar, die Fans umjubeln einen wahrscheinlich, aber bleibt man dann ein Thema für die Nationalelf? Fliegt der brasilianische Nationaltrainer nach China um 1-2 Spieler zu beobachten? Oder lieber nach Europa, wo viel mehr interessante Spieler spielen?

Früher hieß es immer, dass nur ältere Spieler in kleine Ligen wechseln, wie zum Beispiel in die USA oder nach Katar, um dort noch mal Geld zu verdienen. Dass jetzt Spieler im besten Fußballalter, also mit Ende 20, in ein Land wechseln, dass zwar Geld hat, aber fußballerisch international nicht so anerkannt ist, ist neu. Natürlich greifen die europäischen Vereine auch gerne zu, wenn sie für einen Spieler, der ihnen nicht weiterhilft, 40 Millionen bekommen.

Müssen wir jetzt Angst vor China haben? Ich denke nicht. Unsere aktuellen Nationalspieler werden sicherlich nicht dorthin wechseln und gute Spieler bekommen wir trotzdem. Wir sollten auch dieses Geld gerne nehmen und besser investieren. Denn ob es dem chinesischen Fußball hilft, wenn Superstars in ihre Liga wechseln, wage ich zu bezweifeln. Und wenn es dort den Spielern nicht gefällt, wechseln sie auch wieder zurück und das wird wohl eher passieren, als das China uns den Rang abläuft.

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