Rezension zu Uwe Krüger: Mainstream

Auch dieses Buch habe ich in Murnau gekauft, diesmal wieder in der Buchhandlung Rupprecht. Mit 144 Seiten ist es auch nicht so dick, so dass ich es auch mit in den Urlaub nahm und am zweiten Tag auch angefangen habe zu lesen. Nachdem es sehr interessant war, konnte ich es innerhalb weniger Tage durchlesen. Da ich die Abende aber kaum Zeit hatte, die Rezension zu schreiben, wird sie erst jetzt veröffentlicht.

Gutes Buch mit kleinem Wermutstropfen

Seit einiger Zeit ist „Lügenpresse“ ein häufig auftauchender Begriff, Mainstream-Medien ein Schimpfwort und das Vertrauen in die öffentlich-rechtlichen Medien stark gesunken. Warum dies so ist, beleuchtet Uwe Krüger in seinem Buch sehr gut. Das Buch ist hervorragend geschrieben, die Seiten lassen sich verschlingen und trotzdem bekommt man sehr viele Informationen.

Der Autor schreibt über den Katalysator dieses Vertrauenseinbruches, die Ukrainekrise und die Diskrepanz zwischen den Lesern und den Medien. Er erläutert auch die Gründe, warum viele Journalisten Gleiches schreiben und warum die Medienvielfalt nachgelassen hat. Man erfährt, warum die Qualität der Berichte aufgrund von Zeitdruck leidet, wie die Minuten vom Arbeitsalltag verbraucht werden und wie auch Außenmitarbeiter vor Ort selten zum Recherchieren kommen.

Sehr gut ist beschrieben, aus welchem Milieu die Journalisten kommen und warum daher dabei schon die Meinungsvielfalt begrenzt wird. Uwe Krüger erläutert weiterhin, wie die Medien sich ihren eigenen Nachwuchs „heranzüchten“ und wie sich dieser mit der Wirtschaft und Politik gutstellen muss, um an den Quellen für Nachrichten zu bleiben. Dabei erhält man Hintergrundwissen, wie Unterredungen mit Politikern ablaufen und wie diese versuchen die Journalisten zu steuern.

Als einziger Wermutstropfen ist mir aufgefallen, dass nur über die öffentlich-rechtlichen Medien, dem „Mainstream“ geschrieben wird. Ich hätte gerne noch ein Kapitel über kleinere Medien oder Blogger gelesen im Vergleich zum Mainstream. Auch wenn das Buch durch den Titel gleich aussagt, dass es sich mit dem Mainstream beschäftigen wird, fehlt mir noch die Alternative. Aufgrund dieses Fehlens bekommt das Buch von mir daher nur 4 Punkte. Trotzdem gibt es von mir eine Kaufempfehlung, da das Buch sehr interessant und sehr gut geschrieben ist. Sehr positiv ist auch, dass das Buch relativ neutral geschrieben ist und Uwe Krüger keine extreme Position bezieht.

Demnächst muss ich wirklich „Reich und Arm“ weiterlesen. Heute bin ich auch in keine Buchhandlung gegangen, hab also kein Buch gekauft. Joseph Stiglitz muss ich endlich weiterlesen.

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