„Neurussland“

Was wurde eigentlich beim Treffen zwischen Putin und Poroschenko in Minsk besprochen? Sind die eigentlich zu einem Ergebnis gekommen? Einem Ergebnis, mit dem beide einverstanden sind? Ich glaube nicht so ganz daran.

Und wenn, dann war das Ergebnis bestimmt nicht, dass über die Staatlichkeit der Ostukraine verhandelt werden soll. Und wer soll das bitte schön glauben? Selbst wenn die Ostukraine selbstständig wird, wird es wohl nicht sehr lange dauern, bis sie an Russland angeschlossen wird. War doch bei der Krim genauso. Wenn dem die EU/NATO oder die Ukraine zustimmt, sind sie doch selbst schuld.

Schön ist auch, dass Putin mittlerweile auch von „Neurussland“ spricht. Das wirkt doch sehr deeskalierend und sorgt für Vertrauen. Und die Separatisten werden dann bestimmt bald die Waffen niederlegen. Vielleicht sollten wir auch mal wieder von Königsberg sprechen.

Denkt Putin wirklich so? Er muss doch merken, dass er sich dabei in eine ganz schön missliche Lage manövriert. Oder ist er schon in so einer Lage und kann jetzt nicht mehr zurück sondern muss mit der Rhetorik immer weiter eskalieren? Denn wenn er irgendwie zurückzieht, verliert er sowohl im Ausland als auch im Inland sein Gesicht. Wobei es im Inland wahrscheinlich schlimmer wäre. Die Radikalen in Russland werden ihn schon vor sich hintreiben. Putin hat den Absprung wohl verpasst, aber die Ostukraine wird er nicht bekommen. Oder nur eine völlig zerstörte Ostukraine und zu einem Preis, der sehr hoch sein könnte. Denn sowohl die Krim als auch die Ostukraine wirtschaftlich aufbauen und das in einem neuen kalten Krieg könnte sehr teuer werden.

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