Machokrieg im Nahen Osten

Zickenkriege gibt es ja normalerweise häufiger. Da reicht normalerweise eine kurze Suche im Internet oder ein Blättern in diversen Zeitschriften zum Beispiel beim Friseur. Aber einen Machokrieg? So etwas kennt man vielleicht noch von der Bachelorette, aber dann hört es auch auf. Nun könnte es aber auf der großen Weltbühne zu einem Machokrieg kommen.

Auf der einen Seite Erdogan, der 11 Jahre Ministerpräsident der Türkei war und nun Präsident ist. Das ist auch nur ein halber Grüß-August-Posten wie bei uns und deshalb möchte Erdogan gerne die Verfassung ändern und seine Macht ausbauen. Lange Zeit hat er versucht mit den Kurden Frieden zu schließen, aber nach den Wahlen dieses Jahr hat er sich etwas auf sie eingeschossen. Immerhin behindern sie ihn auf dem Weg zur vollständigen Macht. Mit Demokratie hat Erdogan wenig am Hut und versucht Gegner wie die Gülen-Bewegung, Kurden und natürlich auch unabhängige Journalisten aus dem Weg zu räumen. Die Daesh unterstützt er in Syrien, um Assad zu ärgern und seinen Einfluss im Nahen Osten auszubauen.

Auf der anderen Seite ist Putin, der 8 Jahre Präsident war, danach 4 Jahre Ministerpräsident und nun wieder Präsident von Russland ist. Er hatte immer die Macht, auch als Medwedew Präsident und seine Marionette war. Er war am Anfang die Hoffnung, auch für Demokratie, aber mittlerweile ist auch klar, dass Putin ein feiner Autokrat ist. Auch er schaltet seine Gegner aus, zum Beispiel, indem er sie wegen fadenscheiniger Gründe vor Gericht ziehen lässt oder auch mal unabhängige Journalisten ausschalten lässt. Er unterstützt in Syrien Assad, da er gerne seine Mittelmeerbasis behalten möchte. Außerdem ist er in der Welt politisch seit der Ukrainekrise etwas der Buhmann und will wieder Einfluss gewinnen.

Nun ist es aber in Syrien zu einem direkten Aufeinandertreffen gekommen. Die Russen fliegen dort ihre Luftangriffe, ab und zu auf die Daesh, größtenteils auf gemäßigte Rebellen und natürlich auch auf Turkmenen im Norden Syriens an der Grenze zur Türkei. Das mag die Türkei nicht so gerne und hat nach einigen Warnungen ein Flugzeug der Russen abgeschossen. Die NATO schickt sonst immer nur Abfangjäger zu russischen Flugzeugen, wenn die sich den NATO-Ländern nähern und auch die Türkei hat dies Anfang Oktober gemacht. Nun aber hat die Türkei diesmal nicht lang gefackelt und nun brennt der Baum. Erdogan will sich nicht entschuldigen, auch wenn es ihm angeblich halbwegs leid tut. Putin will eine Entschuldigung und ansonsten gar nicht mit Erdogan reden. Nun hat Russland auch einige Sanktionen gegen die Türkei beschlossen. Russische Urlauber sollen nicht mehr in die Türkei fliegen, aber wahrscheinlich fehlt den meisten seit der Krise eh das Geld dazu. Außerdem sollen türkische Sportler nicht mehr in Russland unter Vertrag genommen werden. Momentan spielt ein türkischer Fußballspieler in der obersten russischen Liga, also sind auch hier die Auswirkungen nicht so tragisch. Die Visumsfreiheit für türkische Bürger soll auch wieder abgeschafft werden.

Der Türkei ist das vielleicht egal, da sich dafür die EU wieder annähert. Und zwischen Russland und der Türkei hat es schon immer gekracht. Eigentlich sind sich Erdogan und Putin sehr ähnlich, aber beide wollen Einfluss in Syrien und da prallen sie nun mal aufeinander. Ich könnte mir vorstellen, dass es da noch einige Flugzeuge treffen wird, aber irgendwann wird sich die Lage wieder beruhigen. Beiden dient das Säbelrasseln, da es von den inneren Schwierigkeiten ablenkt. Beide müssen Stärke zeigen und da hilft so etwas natürlich enorm. Da beide aber Machtpolitiker sind, sind beide auch schlau genug, es nicht zu übertreiben. Es wird also kleinere Scharmützel geben, aber schlussendlich wird dieser Machokrieg nicht viele Opfer finden.

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