Rezension zu Brendan Simms und Benjamin Zeeb: „Europa am Abgrund“

Am Sonntag, dem 20. März, war in Murnau Palmmarkt und verkaufsoffener Sonntag. Nachdem ich bei der Buchhandlung Gattner 3 Pixi-Bücher für meinen Sohn gefunden hatte, schaute ich noch schnell bei den Sachbüchern und wurde dort auch schnell fündig. Eigentlich habe ich ja noch genug Bücher auf meiner Liste, aber das Buch von Brendan Simms und Benjamin Zeeb sprang mir aufgrund der Thematik direkt ins Auge und so griff ich zu. Am Dienstag, als ich mal wieder in München war, begann ich das Buch zu lesen und am heutigen Donnerstag wurde ich fertig. Diesmal komme ich auch gleich zum Schreiben der Rezension.

Interessantes Buch mit kleinen Schwächen

Wie der Titel schon sagt, geht es in dem Buch um die Krise, in der die europäische Union steckt. Der Untertitel benennt dann aber die Lösung dazu.

Das Buch ist in 5 Kapitel unterteilt. Im Ersten beschäftigen sich die Autoren mit den Schwierigkeiten, vor denen die EU momentan steht. Im zweiten Kapitel wird die deutsche Frage erläutert mit der Stärke und gleichzeitigen Schwäche des größten Mitglieds. Das dritte Kapitel beschreibt kurz die Geschichte der EU und die Problematik, dass zur gemeinsamen Währung der entsprechende Untergrund fehlt. Im vierten Kapitel werden die Vereinigten Staaten von Amerika und das Vereinigte Königreich kurz beschrieben, die Gründungen und die politsche Situation, und wie die europäischen Länder auf diese Erfahrung zurückgreifen könnten. Im abschließenden Kapitel führen die Autoren auf, dass nur ein föderaler Staat das Ziel sein kann und Schritte, die notwendig sind, um zu diesem Ziel zu gelangen.

Mit 131 Seiten ist das Buch relativ dünn. Es ist aber sehr gut geschrieben, so dass man es flüssig durchlesen kann. Etwas Vorwissen zur EU ist nötig, ansonsten ist das Buch aber nicht kompliziert geschrieben, so dass man sehr gut mitkommt. Das Thema ist sehr interessant und den Schlussfolgerungen der Autoren kann ich größtenteils zustimmen.

Das Buch hat allerdings auch 2 Schwächen. Zum einen wird häufig auf die Kriegsgefahr aus Russland und deren Aggressivität hingewiesen. Das kann ich nicht unbedingt nachvollziehen, selbst ein „schwaches“ Europa wie jetzt würde Putin nie angreifen. Die zweite Schwäche ist, dass häufig geschrieben wird, dass Irland, Griechenland und Italien selbst schuld an ihrer Situation wären, dass dort Korruption und Vetternwirtschaft weitverbreitet sei und bei einem eventuellen Ausscheiden aus der Eurozone dies noch weiter aufleben würde. Auch dieses negative Bild der Politiker dieser Länder kann ich nicht unbedingt nachvollziehen. Natürlich gibt es dort Probleme, aber deswegen wieder auf die Art aller Politiker zu schließen, ist ignorant denjenigen gegenüber, die an einem vernünftigen Europa interessiert wären.

Daher bekommt das Buch von mir nur 4 Sterne. Das Thema ist interessant, das Buch sehr gut geschrieben, aber die oben genannten Schwächen kommen leider zu häufig vor. Dennoch kann ich das Buch nur empfehlen, um mal selbst über die Zukunft Europas nachzudenken und zu überlegen, ob ein föderales Europa der Regionen nicht die Lösung wäre.

„Die ersten Deutschen“ von S. Fischer-Fabian habe ich ja schon angefangen und werde es auch weiterlesen. Demnächst fahre ich mit meiner Familie in den Urlaub, da werde ich es sicherlich mitnehmen.

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