Rezension zu „Die amerikanische Revolution“ von Michael Hochgeschwender

Das Buch habe ich mir erst am 30. September gekauft, habe es aber nicht geschafft, am Wochenende durchzulesen. Samstag habe ich zwar über 80 Seiten geschafft, dafür Sonntag und Montag aber die Mittagspausen genutzt zum Schlafen. Die Grippe war am Freitag schon wieder vorbei, dafür hatte ich eine schmerzhafte Schwellung im Gesicht, die sich am Dienstag als Abszess herausstellte. Also durfte ich vom Dienstag bis Freitag im Krankenhaus bleiben, habe aber dafür das Buch durchgelesen. Und zu Hause am Freitag gleich die Rezension angefangen.

Außergewöhnliches Buch über die amerikanische Revolution

4. Juni 1776. Dieses Datum sagt wohl jedem etwas. Washington und Jefferson sind auch noch bekannt und seit dem Film „Der Patriot“ mit Mel Gibson weiß man, dass die Briten die Bösen waren und die Amerikaner die Guten. Doch dann hört es auch schon auf. Das Buch von Michael Hochgeschwender ist hervorragend geeignet jede Wissenslücke über die amerikanische Revolution zu schließen.

Sehr erfreulich ist, dass das Buch schon im Jahr 1754 beginnt und die Situation der Kolonien seitdem aufzeigt. Im ersten Kapitel werden auch der sieben-, beziehungsweise neun-, jährige Krieg beschrieben, die Expansionsgelüste der Siedler und die politische Umgebung der Whigs und Tories sowohl in Großbritannien als auch in den Kolonien.

Im zweiten Kapitel wird Boston, ein Unruheherd seit 1700, näher beleuchtet, ebenso wie der Stamp Act und dessen Aufhebung. Das gesamte Kapitel beschreibt die Geldsorgen vom Mutterland und den Zwiespalt der Amerikaner zwischen der Loyalität zum Königshaus und dem Gefühl britisch zu sein und dem Willen nach Gleichberechtigung. Stichwort: No Taxation without Representation.

Das dritte Kapitel behandelt den Unabhängigkeitskrieg selbst, von der Unabhängigkeitserklärung, über einen Überblick über die Armeen der Siedler, Tories und der Briten und natürlich dem Kriegsverlauf bis zum Frieden von Paris 1783.

Im vierten Kapitel schreibt der Autor über die Nebenschauplätze des Krieges. Dies beinhaltet einen Überblick über die Situation der Frauen, Indianer und Schwarze, aber auch über den Tross der Armeen, Verwundungen und Krankheiten und einen Überblick über die Situation der Tories, der Kriegsverlierer, nach dem Krieg.

Das letzte Kapitel handelt von den Nachwirkungen der Revolution, wie die Ausbreitung des Alkoholismus, der zweiten evangelikalen Erweckungsbewegung und der Schuldendauerkrise. Zusätzlich wird der Verfassungskonvent 1787 in Philadelphia beschrieben, die beiden Parteien „Federalist“ und „Anti-Federalist“, der Kauf Louisianas 1803 und der Krieg gegen Großbritannien 1812.

Das Buch ist sehr gut geschrieben. Der Autor hat einen angenehmen Schreibstil, der sich flüssig lesen lässt. Das Buch ist leicht zu verstehen, umständlich ist, dass fast durchgängig die englischen Begriffe wie „Wild Geese“, „philosophe“, „frontier“ oder „common law“ genutzt werden, wobei dies wohl eher der Übersetzung geschuldet ist.  Es ist nur wenig Vorwissen nötig, Michael Hochgeschwender schreibt detailliert über jedes Thema, das interessant für dieses Buch ist.

Von mir bekommt das Buch 5 Sterne, da es sehr detailliert die amerikanische Revolution mit jedem Aspekt beschreibt. Für jemanden, der sich über die Geburt der Vereinigten Staaten von Amerika informieren möchte, ein absolutes Muss.

Am Freitag habe ich bei Hugendubel in München kein Buch gefunden, allerdings am Nachmittag in Murnau in der Buchhandlung Rupprecht. „Licht aus dem Osten: Eine neue Geschichte der Welt“ von Peter Frankopan habe ich gefunden und heute in der Mittagspause angefangen zu lesen. Die Thematik hat sich sehr interessant angehört: Eine Geschichte der Welt aber nicht aus Sicht von Europa, sondern aus dem Nahen und Mittleren Osten. Nach den ersten 58 Seiten bin ich allerdings etwas enttäuscht, da die ersten Jahrhunderte nur überflogen werden. Mesopotamien, Alexander der Große, Han-Dynastie, Rom, alles wird nur kurz angerissen, da hoffe ich, dass es später noch detaillierter wird.

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