Polizei-Skandal in Sachsen

Endlich wieder ein gefundenes Fressen für Verschwörungstheoretiker und diejenigen, die diese Theorien gerne lesen. Jaber Albakr, der angeblich einen Terroranschlag geplant hatte, hat sich gestern in der Leipziger Haftanstalt selbst umgebracht.

Letzten Samstag hatte die Polizei seine Wohnung gestürmt und dabei 1,5 Kilogramm hochgefährlichen Sprengstoff gefunden. Er selbst konnte fliehen und auch seine Festnahme sorgte schon für Spekulationen. Am Montag wurde er festgenommen, nachdem drei seiner Landsleute ihn erkannt und überwältigt hatten. Er hatte nach einer Übernachtungsmöglichkeit gesucht und in der Wohnung haben sie ihn dann erkannt. Schon da kamen aus der Ecke der besorgten Bürger Einwände, warum die Syrer ihn gefesselt haben (http://www.danisch.de/blog/2016/10/11/syrische-helden). Ich stelle mir dabei vor, wie groß der Aufschrei gewesen wäre, wenn sie ihn hätten laufen lassen und er hätte einen Anschlag durchgeführt. Und woher sollen syrische Flüchtlinge sich mit unseren Gesetzen auskennen, wenn sie kein vernünftiges Deutsch sprechen? Hauptsache man kann gegen Ausländer und/oder den Staat pöbeln. Die rechte Ecke hat jetzt leider mit der AfD eine Vertreterin bekommen und daher bekommt man deren (subtile) Hetze vermehrt mit.

Laut den ersten Berichten hat sich Albakr mit seinem Hemd erhängt. Seine Zelle war zwar immer wieder betreten worden, allerdings später nur noch alle 30 Minuten. Eine Videoüberwachung ist wohl gesetzlich verboten. Allerdings hätte es ein Posten vor der Tür auch getan. War es nicht erst vor kurzem bei Middelhoff, der sich beklagt hatte, dass ständig Beamte seine Zelle betreten haben, da bei ihm Suizidgefahr bestand. Nun schlägt der Pendel wieder in die andere Richtung. Diesmal war die Zeit zu lang zwischen den Besuchen.

Insgesamt ist das alles sehr schlecht verlaufen. Zum einen war Albakr im Sommer in der Türkei gewesen, obwohl er als Flüchtling nur innerhalb von Europa hätte verreisen dürfen. Es scheint, als hätte er noch einen anderen Pass gehabt. Die Observierung vom Haus war auch stümperhaft, da die Anwohner die Polizisten bemerkt hätten. Da hätte man vorher vielleicht „Tatort“ schauen sollen. Der Zugriff schlug fehl, da die Beamten wohl eine Ausrüstung von 35kg tragen mussten. Anderseits sollte doch das SEK für so etwas ausgebildet sein oder irre ich mich da? Nach dieser Flucht konnte Albakr unbemerkt mit dem Zug fahren und das stundenlang. Eine Vernehmung gestaltete sich aufgrund von Sprachschwierigkeiten etwas schwer, ein Dolmetscher wurde nicht geholt. Und gestern der Suizid….

Jetzt werden wahrscheinlich die Theorien hochkochen, dass Albakr von den Amis oder Verfassungsschutz gesteuert war oder zumindest geduldet, um stärkere Sicherheitsgesetze durchzubringen. Der Tod vom Verdächtigen hilft doch auch nur den Sicherheitsbehörden, eine Aufklärung wird nicht stattfinden. „Da stinkt doch irgendwas drei Meilen gegen den Wind.“

Ich bin gespannt, was nun passiert. Auf alle Fälle wird sich die Polizei in Sachsen erklären müssen. Denn das ist das, was passiert ist. Ein jämmerliches Versagen der Behörden in Sachsen, eine unfähige Regierung und eine Polizei, die einen Fehler nach dem anderen macht. Da müssen doch „Köpfe rollen“. Leider ist die nächste Landtagswahl erst 2019. Da können die besorgten Bürger über links-grün-versiffte Gutmenschen schimpfen, die Konservativen sind auch nicht besser. Hilft halt nur die AfD. (Achtung, Ironie!)

Die Verschwörungstheoretiker werden hoffentlich nun viele neue Theorien finden. Auf die besorgten Bürger ist bestimmt Verlass….

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