Aleppo: Obamas Niederlage?

Am 15. Dezember wurde bei SPON ein Artikel über Obama und Aleppo veröffentlicht. Kurz zusammengefasst sagt er aus, dass Obama in Syrien gescheitert ist.

Ich möchte den Artikel nicht detailliert wiedergeben, nur ein wenig kommentieren. Und warum? Weil ich anderer Meinung bin als SPON. Für mich ist die Schlacht um Aleppo keine Niederlage für Obama sondern ein Sieg.

Es ist, besonders in den letzten Jahren, immer über die USA geschimpft worden. Ihre Rolle als Weltpolizei und ihre Angriffskriege, zum Beispiel Grenada, Kosovo, Afghanistan, Irak und Libyen. Die Kriege waren nicht durch das Völkerrecht gedeckt und besonders für den Irakkrieg werden die USA weiterhin gegeißelt. In Libyen haben sie dennoch mit ihrer Luftwaffe eingegriffen, um ein eventuelles Massaker von Gaddafis Truppen an der Bevölkerung und den Aufständischen in Bengasi zu verhindern. Danach zerfiel Libyen und darf derzeit noch zu den failed states gezählt werden.

Dies wollte Obama in Syrien unbedingt verhindern und hat dies auch durchgezogen. In Syrien hätten nur Bodentruppen geholfen, um die gemäßigten Aufständischen zu unterstützen, aber nach dem Irakkrieg wusste Obama, dass sein Volk keinen erneuten Militäreinsatz in der Region wünschte. Als Assad möglicherweise Giftgas einsetzte, wurden seine Vorräte zerstört. Mehr war nicht möglich, trotz einer „roten Linie“, die Obama gezogen hatte.

Nun sehen wir die Bilder aus Aleppo, der zerstörten Stadt, und fragen uns, ob man dies hätte verhindern können. Vielleicht hätten die USA es können, aber dafür hätten sie wieder Krieg führen müssen.  Die Friedensbewegung müsste eigentlich stolz auf die USA sein und jeder andere, der immer noch will, dass Bush und Blair wegen des Irakkriegs vor Gericht müssen, auch.

Obama hat gezeigt, was passiert, wenn die USA nicht eingreifen. So wie damals in Bosnien oder Ruanda. Wenn die USA nicht eingreifen, greift niemand ein. Und dann gibt es halt sehr viele Tote. Nun hat Russland eingegriffen und führt an der Seite von Assad diesen Krieg. Völkerrechtlich ist das natürlich völlig in Ordnung, da Assad, der gewählte Präsident Syriens, um Hilfe gebeten hat. Man könnte allerdings streiten über die Art, wie dieser Krieg geführt wird.

Und für mich stellt sich wieder, beziehungsweise immer noch, die Frage: Was glaubt Assad nach dem Krieg mit Syrien anfangen zu können? Glaubt er, dass er das Land einfach wieder aufbauen kann, die Flüchtlinge kehren zurück und alles wird wie früher? Kann die Bevölkerung diesen Krieg vergessen?

Ich denke nein. Sollte der Bürgerkrieg irgendwann zu Ende sein, wird Assad abtreten müssen. Ist der Graben dann schon zu tief und wird Syrien auseinanderbrechen? Die Zeit wird es zeigen. Momentan steht Obama aber als Sieger da, denn er hat sich erfolgreich aus diesem Krieg herausgehalten, kann die Bilder beruhigt ansehen und hat die USA moralisch wieder etwas aus der Schmuddelecke hervorgeholt.

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